Natürlich gibt es auch aus meiner Mini-Gartenwelt auf meiner Balkonterrasse einiges zu erzählen... sowohl über meine Lieblingswiesenhelden, als auch über nützliche Tipps für Pflanzen und wissenswertes über meine gefiederten Freunde!

 

Eure Andrea Dejon -

Erfinderin der Wiesenheldenfiguren

 

Sommer 2019

 

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September

 

Wie man sich irren kann.

 

Ich saß in meiner Frühstücksecke und beobachtete die Vögel, die von den Zweigen hin zu meiner Futterstation am Fenster hüpften. Direkt vorm Fenster beginnt im Grunde der Wald. Meist sind es ja die Singvögel, die auf das schmale Fensterbrett kommen. Aber die letzten Monate waren auch größere Vögel da (siehe andere Blogeinträge). Trotz ihrer Größe waren es geschickte Flieger.

Einige Minuten später landete auf einem dicken Ast, einige Meter entfernt, eine Taube. Ich hab die Taube schon öfter beobachtete, seit knapp zwei Jahren, sehe ich sie ab und zu. Sie beobachtet die Futterstation immer so, als würde sie ebenfalls gerne hinkommen, wagt es nur nicht. Aber immer hatte ich nur eine Taube beobachtet. Doch diesmal, landete ein paar Minuten später, direkt hinter ihr eine andere Taube.

Wow, dachte ich so bei mir. Sie hat ja einen Partner gefunden und ist endlich nicht mehr allein. Ich freute mich für die Taube. Beide Tauben saßen nun nebeneinander, mal streckte die eine die Flügel und mal die andere. Und immer fest mit den Blick auf die Futterstation geheftet. Sie wirkten vertraut und dennoch gab es zwischen ihnen keine direkten Liebesbekundungen.

Auf einmal flog die Taube auf, die zuerst auf dem Ast gelandet war. Einen Moment später setzte eine weitere Taube zur Landung an, etwas weiter weg – ebenfalls auf einem dicken Ast. Drei sind einer zu viel dachte ich und war gespannt, wie das jetzt weiter gehen würde. Schon flog die als zweites gekommene Taube auf und setzte sich zur dritten Taube. Eifrig begann da ein Geschnäbel. Die Schnabelspitzen berührten sich heftig, als würden sich da zwei Schwerter treffen und zum Kampf ansetzen. Doch dann, ich dachte ich seh nicht richtig, unterwarf sich die eben heran geflogen Taube. Sie machte sich kleiner, streckte die Flügel leicht und riss den Schnabel auf. Die Taube ihr gegenüber wippte mit dem Schnabel. Die Fütterung begann.

Erst jetzt wurde mir klar, diese beiden Tauben, die ich zuerst gesehen hatte, waren zwei Jungtiere. Somit hatte die einzelne Taube wohl schon im Frühjahr einen Partner gefunden und jetzt war sie nicht nur, nicht mehr eine Solo-Taube, sondern hatte eine ganze Familie. Eine Familie, die mindestens aus vier Vögeln besteht – soweit ich das bis jetzt gesehen habe.

Wie oft beobachten wir Menschen eine einzelne Situation und urteilen darüber, ohne die Hintergründe zu wissen. Eine einzelne Szene kann durchaus eine vollkommen andere Botschaft enthalten, genauso wie einzelne Sätze und Wortfragmente von Menschen, die uns nur kurz begegnen und mit uns sprechen.

Die Welt ist mehr als nur einzelne Bildfetzen, die wir nur getrennt voneinander betrachten. Um die wahre Botschaft zu verstehen, müssen wir offen sein und uns immer wieder umschauen. Gemeinschaftlich miteinander umgehen, uns ehrlich austauschen ohne Hintergedanken.

 

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August 2019

Ich hatte ja an meiner Futterstelle sehr viele Singvögel zu Gast. In der Brutzeit waren es die Eltern und seit einigen Wochen sind es mehr und mehr Vogelkinder. Und es ist faszinierend zu sehen, wie sie von Tag zu Tag ein bunteres Gefieder bekommen und weniger zerupft aussehen.
Die Futterstelle findet sich am Fenster neben meinem Arbeitsplatz am Laptop, das Fenstersims ist recht schmal knapp 15 cm breit. Also zu schmal für größere Vögel, dachte ich. In den Zweigen sah ich im letzten Jahr öfters mal einen Raben herum fliegen, der angestrengt zu überlegen schien, wie er es denn machen könnte, um an die Ecke mit den Haferflocken zu kommen... und tatsächlich, er schaffte es nach einigen misslungen versuchen, mit einer speziellen Hüpftechnik. Er kam nur ab und zu, anscheinend, wenn er sonst nichts gefunden hatte. Dieses Jahr war es eine Elster, die den Platz ausgekundschaftet hat. Da es für ihre langen Schwanzfedern noch schwieriger mit dem Landen war, dachte ich: Leg ich extra für sie eine Futterstick von meiner Katze raus. Einen pro Tag... sie gab mir sogar Bescheid, wann sie vor hatte die Futterstelle anzufliegen, wenn ich auf der Balkonterrasse war. Dann flog sie kurz den Bereich an und schnappt sich den Stück mit den Krallen.


Aber einen Raben oder eine Elster mal so nah sehen zu können, knapp einen Meter entfernt, war schon ein tolles Erlebnis. Ihnen in die Augen zu sehen und zu erkennen, wie viel Gedanken da durch den Kopf wandern - man merkt direkt, dass es sehr intelligente Tiere sind!

 

Ab und zu, wenn ich Draußen auf der Terrasse frühstücke, sitzt ein Rabe auf der Tanne und kräht. Ich versuche zu antworten, in dem ich genauso oft zurück "krähe" - manchmal kommt mir dabei der Verdacht: Prüft er nach wie intelligent ich bin und ob ich zählen kann?!"

 

Wie ist das so bei Euch? Wie habt Ihr diese Tiere bis jetzt wahrgenommen?

Juli 2019

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Juni 2019

Neugierig blicken die Augen vom Nachwuchs der Dompfaffvögel
Neugierig blicken die Augen vom Nachwuchs der Dompfaffvögel

Immer mehr Jungvögel sind mit der Zeit an meiner Futterstation. Manche haben direkt daneben gesessen und gebettelt, während die Eltern sich auch mal kurz satt gefressen haben.


Zuerst war ja der Nachwuchs vom Dompfaff da. Meist sitzt einer von den Dompfaffkindern immer noch gegen Ende direkt im Futternapf, wenn der große Anlauf verebbt ist.
Die Amseln waren dagegen etwas schüchterner, die wollten nicht so gern auf ein Foto. Und wenn die dann den Schnabel öffneten, hab ich nur noch orange gesehen... sogar die Jungen vom Kernbeißer konnte ich ab und an beobachten. Ihre mächtigen Schnäbel können ganz schön Furcht einflößend wirken...


Seit einer Woche sind die Blaumeisen flüge geworden und die überfallen allmorgendlich die Station regelrecht. Einige sind sogar noch so was von klein und auch der blaue "Hut" ist noch kaum blau... allerdings gibt es im Gegensatz zum Winter nur einmal am Tag was bei mir zu fressen - um das Fehlen!!! von so vielen Insekten wenigstens etwas zu kompensieren. Den Rest des Tages müssen die Kleinen schon selbst nach Futter suchen.

Sie sollen es ja nicht ganz verlernen. Denn es ist wichtig zu wissen, wie man überlebt!

 

Ich glaub, wir Menschen haben unseren Kindern teilweise ganz vergessen diese Tatsache beizubringen. Es geht nicht darum, alles zu kontrollieren - leben heißt ja nicht Kontrolle! Es geht darum die Natur zu spüren. Zu verstehen, wer wann was braucht. Dazu gehört, dass wir ebenfalls gut für uns selbst sorgen.

Es geht nicht ums verwöhnen, es geht mir darum, dass wir durch den Überfluss nicht abstumpfen und dabei den Sinn des Lebens verlieren.

 

Auf meiner Balkonterrasse sind ja viele Pflanzen, vor allem Brennnesseln und verschiedene Kleepflanzen - die besten Futterpflanzen für Insekten. Und Raupen lieben Brennnesseln, sie sind so gesund... haben viele Mineralstoffe und Vitamine.  Den Vögeln hat es gefallen, denn hier fanden sie einige Insekten...
Dabei haben sie auch teilweise gründlich "aufgeräumt". Nur die grünen Raupen, die sich in die Blätter zum Fressen eingerollt haben und somit gut getarnt sind, haben es bisher überlebt.

 

Habt Ihr gewusst, dass ein Meisenkind knapp 20.000 Kleinraupen braucht, um erwachsen zu werden??

Dazu zählen auch die "berüchtigten" Prozesseichenspinner. Allerdings jagen die Vögel nur dort, wo keine Menschen unterwegs - es sei denn, sie kennen diesen Menschen - von daher, wenn Ihr diese Tierchen findet, haltet Euch von dort fern, dann können Vögel und andere Tierchen diese Raupen jagen und fressen und es kommt nicht zu einer Überpopulation!

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Mai 2019

Liebe geht durch den Schnabel - fast wie ein Kuss bei uns Menschen
Liebe geht durch den Schnabel - fast wie ein Kuss bei uns Menschen

Das Dompfaffpärchen hat im Frühling wieder zueinander gefunden und bald schon kam der Nachwuchs... die ersten Eier.

 

Emsig kamen die Eltern immer wieder an meiner Futterstelle vorbei - zusammen mit anderen Vogeleltern, die froh waren, dass sie etwas zu essen gefunden zu hatten. Denn immerhin fehlen zwei Drittel der Insekten!

 

Was würden wir denn tun, wenn plötzlich die Supermärkte so gut wie leer wären? Da wären wir auch, um jede Nahrung dankbar. Zumindest dankbarer, als jetzt. Denn so wie wir mit der Nahrung umgehen, diese Verschwendung ist auf Dauer nicht tragbar. Die Tiere müssen darunter leiden - und wir Menschen sind auch irgendwann dran!

 

Es ist so wichtig, dass jeder hilft, wo er helfen kann. Es muss nichts großes sein! Kleine Dinge sind genauso wichtig, vielleicht sogar noch wichtiger. Und wenn jeder mitmacht, können wir mehr erreichen, als jeder Politiker.

 

Sorgen wir füreinander, helfen wir - Hand in Hand - Schnabel zu Schnabel. So wie es die Vogeleltern tun, wenn einer auf dem Nest zurück bleiben muss, damit die Eier gewärmt werden. Geschützte Futterstellen mit Haferflocken , Nüssen oder Sonnenblumenkerne sind recht hilfreich. Vielleicht dazu auch eine kleine Schüssel mit Wasser.

Wenn Ihr wollt, könnt Ihr gerne unten eintragen, wie Ihr der Natur beisteht und helft!

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